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DRK Soziale Arbeit und Bildung gGmbH

"Die Marke „Gemeinwohlarbeit“ macht für uns aus: Arbeitsabläufe der Anleiter und Pädagogen sind klarer definiert, dadurch haben die TN auch eine stärker gegliederte und wahrnehmbare Struktur erhalten. Berichtswesen und Kommunikation mit den Fallmanagern aus sieben Kommunen ist festgelegt bzw. erhöht worden, was u.a. zu zehn neuen Teilnehmer-Plätzen führte. Das „Dreiecksgespann“ Stützlehrer, Anleiter und SP arbeiten heute enger und zielgerichteter zusammen. Der TN steht mehr im Vordergrund."

Perspektiven für die Zusatzjobs im Optionskreis Borken

"Ohne Rückendeckung geht es nicht"

Arbeit wäre genug da:
im Fair-Kaufhaus, in der Holz-/ Metall-/ und Fahrradwerkstatt, im hauseigenem Cafe, in der Kreativwerkstatt oder im „grünen Bereich“. Mit 120 Arbeitsgelegenheiten startete die „Soziale Arbeit gGmbH“ des Deutschen Roten Kreuzes im Jahr 2005. In der zweiten Jahreshälfte 2007 sind nur noch 50 Plätze besetzt.
Durch Kürzungen im Eingliederungsbudget des Bundes fehlen dem Optionskreis Mittel für Eingliederungsmaßnamen. Die Folge:
Kurzzeitige Qualifizierung und Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt haben derzeit Vorrang, das Instrument gemeinnützige Arbeit wird als nachrangig angesehen.


Für Begleitung, Qualifizierung und Beschäftigung der Zusatzjobber hat die DRK SABgGmbH in Borken in den letzten zwei Jahren eine gute Infrastruktur aufgebaut. Dabei wurden die Einsatzfelder vorab auf ihre Zusätzlichkeit vom Service-PunktARBEIT untersucht und bewilligt. Durch die Vielfalt der „Zusatzjobs“ ist die Wahlmöglichkeit der SBGII Beziehenden groß und die geringen Fehlzeiten zeigen, dass passende Stellen die Motivation der Teilnehmer/innen stärken. Damit durch die Maßnahmen eine Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit möglich wird, sind die Einsatzstellen marktnah ausgerichtet: die Arbeit richtet sich nach den Qualitätsanforderungen der Auftraggeber, zu denen Forstämter und Kommunen gehören. Wer sich hier bewährt hat Chancen, dass es nach dem „Zusatzjob“ weitergeht, beispielsweise im Coaching-Programm JobPlus.

Ein vielfältiges, abgestuftes System der kleinen Schritte auf dem Weg zurück in die Arbeit und die Gesellschaft, das brauchen die Zusatzjobber und sie brauchen Fachpersonal, die sie auf dem Weg begleiten, anleiten und beraten. Durch ständige Schulung des Personals, durch Entwicklung von Konzepten, Durchführung von Modellprojekten und Evaluation hat die DRK SAB in den letzten Jahr Erfahrungen und Kompetenzen aufgebaut, die nun auf Grund von Mittelkürzungen Gefahr laufen verloren zugehen.

Ausgangssituation
Bei den Zielplanungen hat der Träger es sowohl mit dem Kreis Borken als auch mit den acht Kommunen im Kreis zu tun. Jede Kommune setzt eigene Schwerpunkte, was für die gemeinsame Planung der Angebote eine Herausforderung ist. So finden beispielsweise aus Kostengründen die Angebote zur Qualifizierung überwiegend zentral in Borken statt. Nur bei Übernahme der Fahrtkosten ist es allen Zusatzjobbern im Optionskreis möglich, daran teilzunehmen. Sechs Stunden Zeit ist neben der Arbeit für die Qualifizierung pro Woche vorgesehen. Neben den Inhalten ist die Methodik und Didaktik dem Träger sehr wichtig. Neue Lernformen wurden entwickelt und als Methoden des Integrationsmanagement erprobt, damit der berufliche Wiedereinstieg von SGBII Beziehenden mit komplexen Vermittlungshemmnissen gelingen kann.

Aufbauarbeit durch Module
Gegen die soziale Isolation, für den Aufbau von Selbstwertgefühl und die Freilegung verschütteter Ressourcen und Kompetenzen wurde das Lernmodell der „sozial stabilisierenden Gruppe“ entwickelt. Diese Gruppen funktionieren im Sinne einer Wir-AG als soziales Stützsystem und leisten Hilfe zur Selbsthilfe. Es werden spezielle Module angeboten wie Gesundheitsförderung, Selbstmanagementtraining und Bewerbungscoaching, die auf die Stärkung der sozialen Kompetenzen und Ressourcen wie auch Vermittlungsfähigkeit der Teilnehmer/innen ausgerichtet ist. Eine Gruppe wünschte sich beispielsweise mehr Überblick über die neuen Stellenanzeigen und machte Vorschläge, wie sich die Information für alle im Haus verbessern lässt. Heute organisieren sie den Job-Überblick in Eigenregie. Andere Gruppen wählen Themen aus dem eigenen Wohnumfeld, sprechen über Konflikte und Verbesserungsmöglichkeiten. „Eigeninitiative und die Erfahrung etwas bewegen zu können baut auf“, sagt Bernhard Weddeling. „Das haben die meisten viele Jahre lang nicht gehabt“.

Abschluss auf Raten
Es sind solche Lernmodelle, die das Team aus Borken in das Modellprojekt GemeinwohlArbeit einbringt. Profitieren können die anderen Projektträger aber auch von den zertifizierten Bildungsmodulen z. B. aus dem grünen Bereich. Dabei wurden Vorgaben aus Ausbildungsplänen in Bausteine gestückelt: Pflastern, Pflanzenkenntnis und –pflege aus dem Gärtnerberuf kann auf diese Weise Stück für Stück erlernt werden. Jeder einzelne Baustein wurde durch die Landwirtschaftskammer zertifiziert. Zusatzjobs, die Perspektiven auch für die Zeit nach der Maßnahme bieten, sind das Ziel.
Das Projekt GemeinwohlArbeit soll die Lobbyarbeit für die TeilnehmerInnen in der gemeinnützigen Arbeit stützen, damit sie nicht „nachrangig“ behandelt werden. Durch die Organisations- und Evaluationsberatung erhofft sich Fachbereichsleiterin Edith Holtkamp auch Input und Argumentationshilfen für zukünftige Verhandlungen. Eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit soll außerdem dem SAB-Team bei seiner guten Arbeit Rückendeckung geben.

 

DRK Soziale Arbeit und Bildung gGmbH
Am Kuhm 36
46325 Borken
www.kv-borken.drk.de
Frau Holtkamp
Tel.: 0 28 61 / 80 29-200
fr.holtkamp@kv-borken.drk.de
Herr Weddeling
Tel.: 0 28 61/ 80 29-300
b.weddeling@kv-borken.drk.de

MitarbeiterInnen beim Träger: 180
MitarbeiterInnen Bereich GemeinwohlArbeit: 8
GemeinwohlArbeitsplätze: 50
Aus der Praxis:
"Besonders hilfreich: Die Prozessbeschreibungen der „Integrationsbegleitung“ und „Anleitung“."
DRK Soziale Arbeit und Bildung gGmbH
Das Modellprojekt wurde realisiert mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds

Gefördert durch den 
Europäischen Sozialfonds

Gefördert durch das MAGS NRW

 
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